Die Organisierte Kriminalität kaufte die Deutsche Regierung, denn Schröder und Fischer erlaubten “unkontrollierte” Einreisen und die Übergabe der Visa Stellen an das Organisierte Verbrechen, vor allem in Pristina, Moskau, Tirana und Kiew.
Das BKA und der BND, waren frühzeitig informiert, über die kriminellen Umtriebe in Albanien auch von Deutschen und vor allem auch von Diplomaten. BKA Bericht aus der Zeit.
BKA warnte frühzeitig vor Visa-Missbrauch
Mittwoch 22 Juni, 2005 14:15 CET

Berlin (Reuters) - Nach dreiwöchiger Unterbrechung hat der Untersuchungsausschuss des Bundestages zur Visa-Affäre die Beweisaufnahme auf Anordnung des Bundesverfassungsgerichts fortgesetzt.
Die Opposition sah sich am Mittwoch durch die Aussage des Vizepräsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA), Bernhard Falk, in ihren Vorwürfen gegen die rot-grüne Bundesregierung bestätigt. “Er hat deutlich gemacht, dass es durch die erleichterte Visa-Praxis erhebliche Schäden gegeben hat", sagte der Obmann der Union im Ausschuss, Eckart von Klaeden (CDU). Das BKA habe frühzeitig vor Missständen gewarnt. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) werde dazu in seiner Vernehmung am 8. Juli Stellung nehmen müssen. Nach Darstellung von SPD und Grünen erbrachte Falks Aussage keine neuen Einsichten. “Die heutige Vernehmung hat für die Arbeit des Untersuchungsausschusses nichts Neues gebracht", sagte Grünen-Obmann Jerzy Montag.
Thema der Sitzung waren die Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden zur Visa-Erschleichung. Klaeden sagte: “Wir wissen, dass die Bundesregierung frühzeitig über den massenhaften Visa-Missbrauch informiert worden ist.” Der Bundesregierung warf er vor, trotz der Warnungen untätig geblieben zu sein. Der SPD-Abgeordnete Michael Hartmann wies dies zurück. “Es wurde sehr schnell dann auch reagiert", sagte Hartmann. Grünen-Obmann Montag betonte, Falks Aussage habe ergeben, dass sich aus der Polizeilichen Kriminalstatistik nicht ablesen lasse, ob die drastisch erhöhte Zahl erteilter Visa an der Botschaft in der Ukraine von 1999 bis 2001 zu mehr Delikten etwa im Bereich Menschenhandel geführt habe.
Bereits im Februar hatte der Ausschuss zwei BKA-Beamte als Zeugen gehört, die im so genannten Wostok-Bericht Erkenntnisse zur Erschleichung deutscher Einreise-Visa gebündelt hatten. Demnach lagen dem BKA seit 2001 Informationen vor, dass Gruppen der Organisierten Kriminalität ein Netzwerk zur Visa-Erschleichung und Schleusung aufgebaut hatten.
Das Bundesverfassungsgericht hatte vorige Woche einem Eilantrag von Union und FDP stattgegeben und den Ausschuss angewiesen, seine Beweisaufnahme fortzusetzen. Am 2. Juni hatte der Ausschuss mit der Mehrheit von SPD und Grünen beschlossen, die Zeugenvernehmung wegen der erwarteten Neuwahl auszusetzen, um rechtzeitig vor der für September erwarteten vorgezogenen Bundestagswahl einen Sachstandsbericht zu schreiben.
In der Visa-Affäre werfen Union und FDP der rot-grünen Bundesregierung vor, die Visa-Politik nach dem Regierungswechsel 1998 gelockert und damit einen massenhaften Missbrauch deutscher Visa vor allem an der Botschaft in der Ukraine erleichtert zu haben. Außenminister Joschka Fischer (Grüne), dessen Popularitätswerte im Zuge der Affäre eingebrochen sind, hatte bei seiner Vernehmung Ende April Versäumnisse eingeräumt. Mit Spannung erwartet wird die Zeugenaussage von Innenminister Schily. Er hatte die Visa-Praxis des Auswärtigen Amtes 2001 in Protestbriefen an Fischer als rechtswidrig kritisiert. In diesem Februar allerdings hatte Schily gesagt, die Visa-Regelungen seien nicht zu beanstanden gewesen. Für Missstände machte er Fehler an der Botschaft in Kiew verantwortlich.
Am Donnerstag will der Ausschuss seine Beweisaufnahme mit Zeugen zur Visa-Vergabe an den Auslandsvertretungen in Tirana und Pristina fortsetzen. An der Botschaft in Tirana waren im Juli 2004 Unregelmäßigkeiten bei der Visa-Vergabe bekannt geworden, denen das Auswärtige Amt mit einer Sonderinspektion nachging. Ein Großteil der angestellten einheimischen Mitarbeiter wurde wegen Korruptionsverdachts entlassen, entsandte Mitarbeiter des Auswärtigen Amts erhielten andere Posten. Gegen zwei Beamte des Ministeriums ermittelt die Staatsanwaltschaft. Auch in der Vertretung in Pristina hatte es Unregelmäßigkeiten gegeben.
http://www.reuters.de/newsPackageArticle.jhtml?type=topNews&storyID=763725§ion=news
und
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BKA warnte vor Missbrauch
Vize-Chef: Visa-Praxis erleichterte Schleuser-Kriminalität
Von Peter Blechschmidt
Berlin – Die vom Auswärtigen Amt Anfang 2000 verfügten Lockerungen bei der Vergabe von Besuchervisa haben nach Einschätzung des Bundeskriminalamtes (BKA) die Schleuserkriminalität erleichtert. Dies sei der “Kern der Botschaft” gewesen, die das BKA in regelmäßigen Berichten an das Bundesinnenministerium (BMI) gegeben habe, sagte BKA-Vizepräsident Bernhard Falk am Mittwoch vor dem Visa-Untersuchungsausschuss des Bundestages. Das Problem sei gelegentlich auch Thema in den Besprechungen im Bundeskanzleramt zur Sicherheitslage gewesen.
Falk bestätigte, dass andere EU-Staaten, die mit Deutschland im so genannten Schengen-Abkommen über Reisefreiheit verbunden sind, sich über die deutsche Vergabepraxis beklagt hätten. Im Mai 2001 hat das BKA, so Falk, dem BMI erstmals ausführlich berichtet, dass so genannte Reiseschutzversicherungen ("Carnet de Touriste") zur rechtswidrigen Erlangung von Einreisevisa missbraucht würden. Hintergrund sei ein Erlass des Auswärtigen Amts, wonach deutsche Auslandsvertretungen bei Vorlage eines solchen Carnet “in der Regel” auf weitere Dokumente über den Reisezweck oder die Rückkehrbereitschaft des Antragstellers verzichten sollten. Dies habe den Antragstellern ermöglicht, “nahezu unkontrolliert” einzureisen. In weiteren Berichten an das BMI im Mai 2002 und im März 2003 wiederholte das BKA seine Warnungen mit weiteren Details: Es gebe starke Hinweise, dass die Visa-Erschleichung weitgehend in der Hand krimineller Organisationen liege. Auch könnten terrorverdächtige Personen von der lockeren Prüfpraxis profitieren. Die Schleuser hätten deutsche Auslandsvertretungen als “Tor zum Schengenland” verstanden, sagte Falk. Viele Ausländer, vor allem Ukrainer, seien mit deutschen Schengen-Visa nach Portugal, Spanien und Italien weitergereist. Dort hätten sie als Schwarzarbeiter oder Prostituierte ihren Lebensunterhalt verdient. Die Schleuser-Organisationen hätten sich ihre Dienste teuer bezahlen lassen, Lohnanteile und Schutzgelder erpresst.
Kritisch setzte sich Falk mit der Aussagekraft polizeilicher Statistiken auseinander. Die Verteidiger der rot-grünen Visa-Politik argumentieren, die von Union und FDP behauptete Zunahme von Schwarzarbeit, Zwangsprostitution oder anderen Straftaten infolge der gelockerten Praxis sei durch die Statistiken nicht belegt. Dazu sagte Falk, die Statistiken seien nicht aussagekräftig, da viele Delikte nicht erfasst würden und die Dunkelziffer sehr hoch sei. “Kriminalität, die nicht kontrolliert wird, ist statistisch nicht vorhanden. Sie ist aber trotzdem real,” sagte Falk.
Am 8. Juli soll Bundesinnenminister Otto Schily aussagen. Dabei will die Opposition klären, wie die Spitze des BMI mit den Warnungen des BKA umgegangen ist. Der Ausschuss-Vorsitzende Hans Peter Uhl (CSU) nannte den Auftritt Falks deshalb das “Vorspiel” zur Vernehmung Schilys.
(SZ vom 23.6.2005)