1995 beim G-27 Treffen in Tirana, war das Strom Problem schon ein Thema. Wie peinlich, das man die zarte Pflanze des Wirtschafts Wachstums so vernichtet und die letzten Arbeits Plätze zerstört.
HANDELSBLATT, Mittwoch, 17. Januar 2007, 10:38 Uhr
Stromengpässe nach Reaktorschließung
Auf dem Balkan gehen die Lichter aus
Von Gerd Höhler
Mehrere Länder Südosteuropas kämpfen mit ernsten Engpässen bei der Elektrizitätsversorgung. Grund ist die Abschaltung zweier Reaktorblöcke im bulgarischen Kozloduy. Die Krise gefährdet das soeben angesprungene Wirtschaftswachstum der Region.
Versuchen Sie es doch mal !
ATHEN. Am schlimmsten trifft es Albanien, das ärmste Land Südosteuropas. Sechs Prozent Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) prognostiziert die Regierung in Tirana für dieses Jahr. Doch ob dieses Ziel erreicht werden kann, ist fraglich. Denn das Land befindet sich in der schwersten Energiekrise seit dem Ende der stalinistischen Diktatur vor 16 Jahren. Die Hauptstadt Tirana ist seit Anfang Januar täglich rund fünf Stunden ohne Strom, die anderen albanischen Städte sieben Stunden, ländliche Gebiete sogar 15 Stunden pro Tag. Rund 90 Prozent der albanischen Elektrizitätsproduktion entfallen auf Wasserkraftwerke. Doch nach einem regenarmen Herbst sind die meisten Stauseen leer. „Wir erleben die schlimmste Dürre seit 1953“, sagt Andi Beli, Generaldirektor der staatlichen Elektrizitätswerke Kesh. Die Stromnachfrage liegt bei rund 20 Mill. Kilowattstunden (kWh) pro Tag, aber die Kesh kann zurzeit nur etwa halb so viel produzieren.
Hilfe suchend eilten vergangene Woche der albanische Wirtschafts- und Energieminister Genc Ruli und Kesh-Chef Beli ins benachbarte Athen. Griechenlands Entwicklungsminister Dimitris Sioufas versprach, kurzfristig mit Stromlieferungen auszuhelfen. „Wir hoffen, neun Mill. kWh täglich importieren zu können“, sagt Beli. Wie die albanischen Elektrizitätswerke dafür bezahlen wollen, ist allerdings unklar. Nach jüngsten Schätzungen wird die Kesh für Stromimporte dieses Jahr rund 170 Mill. Euro aufwenden müssen. Das entsprächen 80 Prozent der Einnahmen der Elektrizitätsgesellschaft oder 2,4 Prozent des BIP. „Ohne staatliche Hilfe wird das nicht gehen“, sagt Kesh-Chef Beli. „Im Vergleich zu 2005 haben sich die Strompreise von 38 Euro pro Megawattstunde auf 80 Euro mehr als verdoppelt“, rechnet er vor.
Der Grund für die Tarifexplosion ist nicht nur in den höheren Öl- und Gaspreisen zu suchen, sondern auch in dem seit Anfang 2007 drastisch verknappten Angebot. Das hat inzwischen auch in Mazedonien, Montenegro, Serbien, Rumänien und im Kosovo zu Engpässen und Stromabschaltungen geführt.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Eine rasche Entspannung der Versorgungslage ist nicht in Sicht.
http://www.handelsblatt.com/news/Politik/International/_pv/doc_page/1/_p/200051/_t/ft/_b/1209565/default.aspx/auf-dem-balkan-gehen-die-lichter-aus.html
Die Ursache liegt in Bulgarien. Das Land war bis Ende 2006 größter Stromlieferant der Region und deckte rund 80 Prozent der Elektrizitätsdefizite seiner Nachbarn ab. Produziert wurde der Strom im Atomkraftwerk Kozloduy an der Donau. Das mit Sowjet-Technologie gebaute Kraftwerk hatte ursprünglich sechs Blöcke. Die beiden ältesten aus dem Jahr 1970 wurden auf Druck der EU wegen befürchteter Störfälle bereits 2003 stillgelegt. Block 3 und 4 mussten Ende 2006 abgeschaltet werden – eine Bedingung für die Aufnahme in die Europäische Union. Damit verlor Bulgarien zum Jahreswechsel eine Kapazität von 880 Megawatt (MW).
Das wirkt sich vor allem auf die Exporte aus. Bulgariens Wirtschafts- und Energieminister Roumen Ovcharov veranschlagt, dass sein Land, das im vergangenen Jahr noch 7,6 Mrd. kWh in die Nachbarländer exportierte, 2007 nur 1,5 Mrd. liefern kann – schlechte Nachrichten für die Balkanländer, die nicht annähernd genug Strom für den eigenen Bedarf produzieren und sich jahrelang auf die Lieferungen aus Bulgarien verließen. „Durch die Schließung in Kozloduy verlieren Albanien, Mazedonien, Montenegro und Kosovo rund 40 Prozent ihrer Stromversorgung“, schätzt der Branchendienst „Platts“.
Eine rasche Entspannung der Versorgungslage ist nicht in Sicht. Zwar plant Bulgarien den Bau eines 1 000-MW-Atomkraftwerks; an dem Projekt unter Führung der russischen Atomstroyexport ist auch Siemens beteiligt. Doch die beiden geplanten Reaktorblöcke werden frühestens 2013 ans Netz gehen. Energieminister Ovcharov, selbst ein Nuklearingenieur, will deshalb die EU beim Treffen der Energieminister kommenden Monat drängen, die Abschaltung der beiden Kozloduy-Blöcke und die „tragischen Konsequenzen für die Region“ noch einmal zu überdenken. „Die Blöcke 3 und 4 sind in den vergangenen Jahren modernisiert worden“, sagt Ovcharov. „Sie können deshalb nach meiner Meinung sicher betrieben werden.“
Albanians go with the flow
19/01/2007
The flow of electricity, that is. Current shortages have introduced an extra obstacle into the lives of young professionals, a blogger notes.
By Balkanblogs for Southeast European Times – 19/01/07

Generators dot a Tirana street. Electricity has been severely restricted due to supply problems. [Getty Images]
Being a modern woman in Albania has its challenges. Navigating the career ladder is tough. On some days, just getting from home to work can be even tougher.
“I woke up at 8 am,” recounts Teatime. “I had one hour to be prepared and reach the office. There, I was going to have the most important meeting of my career, which finally was improving since the time that I decided to return to Albania after living abroad.”
“But due to electrical energy cuts, no water in the house, 11 floors to reach the ground by feet without elevator and light, a car accident, police direction and a traffic jam I arrived one hour late.”
Her Greek boss, meanwhile, was beside himself with irritation, deeming the situation “intolerable". Naturally it seemed abnormal to him, writes Teatime. After all, he’d only been in Albania for three months and wasn’t used to this lifestyle.
Writing at Shekulli, Flamur wants to know if it’s becoming any easier for Albanians to go abroad.
“By signing the Stabilisation and Association Agreement, we all thought that it would be easier to apply and receive a visa at an embassy here in Tirana. But is the liberalisation of the visa regime real or not?”
“Beside the stress and long rows at the embassy doors, they ask for some worthless document – like the case of a well-known lawyer who was requested to provide the bank account of his foreign receiver, even though he had presented evidence of his wealth,” he writes.
However, as Reli points out, determining someone’s wealth in Albania is not always a simple matter. According to a report by one of the country’s NGOs, wealth declarations frequently contain errors – unintentional or otherwise.
High-ranking officials and parliamentary deputies are the most prone to these “mistakes", he notes. Judges and ministers tend to be more careful.
“The average wealth of an Albanian politician is $500,000,” Reli writes. “The most usual ‘mistake’ is that the politicians have received apartments from the Housing Agency and after that have applied to receive credits from the state for buying a house at low rates … Almost all the high officials have bought real estate with a price lower than that of the market.”
Finally this week, Tabakhone writes about an ongoing controversy in neighbouring Kosovo, where not everyone is welcoming plans to build a Catholic cathedral.
“To impugn the cathedral building means damaging the future of Kosovo,” Tabakhone writes, adding that it would be a mistake to emulate countries that don’t tolerate religious diversity. “None of these countries are a model to be followed for any small part of Europe, including Kosovo … If we object to the building we only lose, if we let it be built, we only win as a nation.”