Prof. Dr. Eva Kreisky: Mafia, Staat und Männlichkeit
Sommersemester 2003
694379
VO: Mafia, Staat und Männlichkeit
Univ.-Prof. Dr. Eva Kreisky
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Ich will nicht sagen, dass die albanische Nati-on das organisierte Verbrechen repräsentiert. Die albanische Nation ist selbst Opfer des organisierten Verbrechens. (..) Das organisierte Verbrechen will auf dem Gebiet von Kosovo, Albanien und Mazedonien mit Gewalt seinen eigenen Staat errichten, um ungestört mit Drogen, Waffen und Menschen handeln zu können.“54Im Gebiet es ge-samten ehemaligen Jugoslawiens ist der Drogen-, Waffen- wie auch Menschenhandel im großen Umfang unter Kontrolle der albanischen Mafia.
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Thierry Cretin erklärt in seinem Buch “Mafias du monde"12,
dass Lek Dukagjeni diese Regeln im XV. Jahrhundert kurz vor der osmanischen Invasion
festgeschrieben hat. Im Jahre 1472 war er dann mit mehreren Clans nach Italien
(Apulien) geflohen. Einige dieser Clans hatten sich in Kalabrien niedergelassen, wo
der Kanun das Leben der Italiener stark geprägt hat. Heutzutage findet man dort die
mafiöse Gruppierung der N‘drangheta, auch in Sizilien gibt es eine große albanische
Kommune. Kommen wir aber zum Kanun zurück. Dieser stellt ein „Gewohnheitsrecht
der Albaner dar, das vor langer Zeit durch die jahrhundertlange Praxis entstanden
ist.“13 Der Kanun hat eine besondere Bedeutung für den albanischen Staat und das
Recht, sowie für die albanische nationale Kultur……….
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